PUBLIKATIONEN

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Ulrich Walther

Zur Behandlung der Orgel in Interpretation und Bearbeitung

Zwischen Werktreue, Instrumentation und Translation

580 Seiten, erscheint 06/2026 

 

Ulrich Walther versammelt erstmals ganzheitlich die wichtigsten Fragestellungen und Kontexte des Phänomens Bearbeitung für die Orgel. Dazu thematisiert er bestehende Kategorisierungen in den Bereichen Aufführungspraxis und Arrangement bzw. Besetzungswechsel. 

Liszt Ad nos
Ulrich Walther

Künstler, Virtuose, Charlatan…? – Zur Werktreue bei Liszts Ad nos und der h-Moll-Sonate auf der Orgel

voraussichtl. Herbst 2026

Transformationsprozesse in der Orgelmusik. Referate des Internationalen Symposium, Graz 17.-19.10.2019, hrsg. von Klaus Aringer, Ya’qub El-Khaled und Ulrich Walther, Graz 2026 (= Fokus Musik, Bd. 4).

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Ulrich Walther

Den Eindruck eines Originals erwecken… Einblicke in Max Regers „Bearbeitungswerkstatt“

Textkritische Anmerkungen zum bisher unerschlossenen Manuskriptfragment RWV Bach-B3

erschienen in: Organ – Jornal für die Orgel 2016/4, S. 30-37

PROJEKTE

Historische Aufführungspraxis 

Eine zentrale Säule von Ulrich Walthers künstlerischem Wirken ist die historisch informierte Aufführungspraxis, der er sich seit seinem Studium intensiv widmet. Die quellenbasierte Interpretation und die Beschäftigung mit dem historischen Instrumentarium, die in Auszeichnungen bei Wettbewerben – darunter der 1. Preis beim Bach-Liszt-Wettbewerb in Weimar, Erfurt und Merseburg – besondere Höhepunkte fand, vertiefte sein Verständnis für Klangästhetik und Spielweisen vergangener Epochen und schärfte nachhaltig sein künstlerisches Profil.

Bei der Gestaltung seiner Programme verfolgt Walther das Ziel, die gesamte stilistische Breite des Standardrepertoires der Orgelliteratur zu präsentieren. Sein Spektrum reicht von der Musik der Renaissance und des Barock über die Romantik (mit einem besonderen Schwerpunkt auf der deutschen Romantik) bis hin zu Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Zentrum seiner Programmgestaltung steht die sorgfältige Abstimmung auf Instrument, Raum und Kontext. Daraus entstehen konzeptionell ausgerichtete Konzertformate – von Komponistenporträts über thematische Programme bis hin zu eigenständigen Projektideen –, die unterschiedliche ästhetische Perspektiven eröffnen und auch experimentelle Ansätze berücksichtigen.

 

 

Aufführungspraxis und Bearbeitung 

In der Konzertpraxis wie in der Musikwissenschaft ist zunehmend eine Rehabilitation von Bearbeitungen sowie eine Relativierung rein historistischer Interpretationsweisen zu beobachten. Nachdem die historisch informierte Aufführungspraxis ihren Gegenstandsbereich inzwischen bis ins 20. Jahrhundert erweitert hat, erscheint die systematische Erforschung von Bearbeitungen als konsequente Fortführung dieser Entwicklung.

Seit 2010 erweiterte Walther sein Forschungsinteresse im Sinne einer umfassenden künstlerischen Perspektive auf das Verhältnis von Aufführungspraxis und Interpretation, Bearbeitung und Komposition, das er als notwendige Ergänzung einer stilistisch differenzierten und historisch informierten Interpretations- und Unterrichtspraxis versteht.

Seit Langem ist es ihm ein Anliegen, das Orgelrepertoire durch eine intensive Bearbeitungs- und Transkriptionspraxis um zentrale Werke der Konzertliteratur unterschiedlichster Besetzungen zu erweitern und so zugleich Bezüge zum Repertoire außerhalb der Orgelmusik herzustellen. Dadurch eröffnen sich über den gewohnten Interpretationsrahmen hinaus neue Synopsen, Ausdrucks- und Kontrastmöglichkeiten, eine Verschiebung spieltechnischer Grenzen sowie eigenschöpferische Entfaltungsspielräume. Walther begreift die Konzertpraxis dabei als künstlerisches Forschungslabor, in dem Originalwerke in unterschiedlichen Interpretationsmodi und Bearbeitungen aufeinandertreffen können.

Seine künstlerisch-wissenschaftliche Arbeit fand ihren Niederschlag in mehreren Aufnahmen – darunter der ersten Gesamtaufnahme von Regers Bearbeitungen in Zusammenarbeit mit dem Max-Reger-Institut Karlsruhe – sowie insbesondere in seiner Dissertation von 2021. 

 

>> Interview „Reiz der Bearbeitung“:

anlässlich der Uraufführung der Orgeltranskription von Julius Reubkes Klaviersonate b-Moll (Erstfassung U.Walther) bei den Maulbronner Klosterkonzerten (Mai 2022)

 

 

Transkriptionen & Bearbeitungen:

Auswahl

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
– Brandenburgisches Konzert Nr. 3 in G, BWV 1048 (2015)
– Präludium aus der Geigensonate in g, BWV 1001
– J.S.Bach/L.Godowsky: Präludium und Fuge aus der Geigensonate in g, BWV 1001 (2023) World premiere transcription
– J.S.Bach/F. Busoni: Preludio, Fuga e Fuga figurata, aus: An die Jugend, op. 254/2, Studie nach BWV 855  (2024) World premiere transcription
– J.S.Bach/S. Rachmaninoff/M.Dupré: Sinfonia BWV 29 / Preludio BWV 1006 ‚Version syncrétique‘ (2020) World premiere transcription

 

Franz Liszt (1811-1886)
– Sonate in h-Moll (2011)
– Ballade Nr. 2 in h-Moll (2021) World premiere transcription

– Transzendentale Etüden
III Paysage  (2019)
IV Feux Follets  (2015)
XI Harmonies du soir (2015)

 

Julius Reubke (1834-1858)
– Klavier-Sonate in b-Moll (2021) World premiere transcription

 

Fréderic Chopin (1810-1849)
– Etüde op. 10-4 cis-Moll  (2016)

 

Max Reger (1873-1916)
– Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart,  op. 132 (2012)

 

Arnold Schönberg (1873-1916)
– 1. Satz aus der Kammersymphonie Nr. 2, op. 38, Bearbeitung für Orgel und Saxophon  (2015)

 

Nikolaj Kapustin (1937-2020)
– Etüde op. 40-1 Prelude (2019)
– Etüde op. 40-3 Toccatina (2018)
– Etüde op. 40-4 Reminescences (2022)
– Etüde op. 40-6 Pastoral (2019)
– Prelude op. 53-13 (2023)
World premiere transcription for organ

 

Friedrich Gulda (1930-2000)
– Prelude and Fugue in Es (Transcription for organ, 2025)
– Variations (Arrangement for Jazz Trio and Hammond, 2025)

Zwischen Komposition und Improvisation, zwischen Klassik und Jazz: Zahlreiche musikalische Grenzgänger – etwa Nikolai Kapustin, Friedrich Gulda, Jacques Loussier, Keith Jarrett, André Previn, Leonard Bernstein, Jean Berveiller und William Bolcom – suchten zeitlebens nach neuen Verbindungen zwischen unterschiedlichen Stilwelten. Auch Walther erkundet in seiner künstlerischen Arbeit die Verbindungen zwischen Jazz und zentralen Werken des Repertoires. Dabei versteht er die Hammond-Orgel als klangliche Schwester der Kirchenorgel – mit neuen Ausdrucksmöglichkeiten im Spannungsfeld beider Traditionen.

Aus der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Trio Michael Spors entstand 2018 die Aufnahme „Triosonaten“ (Organum), die Bach-Bearbeitung des Projekts Jazz.Spors.Bach mit ihren Originalen in unterschiedlichen Interpretationsmodi konfrontiert.

Für die Internationalen Orgeltage Zürich 2025 entwickelte Walther das Programmkonzept in between.. – Musikalische Grenzgänge(r): Originalwerke und eigene Arrangements – u. a. von Kapustin und Gulda – zeichnen einen musikalischen Bogen von Bach bis Jazz, von der Pfeifenorgel zur Hammond, vom Solo bis zum Quintett.

 

 

Transkriptionen & Bearbeitungen:

Auswahl

 

Nikolaj Kapustin (1937-2020)
– Etüde op. 40-1 Prelude (2019)
– Etüde op. 40-3 Toccatina (2018)
– Etüde op. 40-4 Reminescences (2022)
– Etüde op. 40-6 Pastoral (2019)
– Prelude op. 53-13 (2023)
World premiere transcription for organ

 

Friedrich Gulda (1930-2000)
– Prelude and Fugue in Es (Transcription for organ, 2025)
– Variations (Arrangement for Jazz Trio and Hammond, 2025)

Die Stummfilmimprovisation ist seit den Anfängen des Kinos eine eigenständige Kunstform. Sie steht in der Tradition europäischer Musik- und Ausdruckskultur und verbindet Elemente von Oper, sinfonischer Dichtung, Filmmusik und liturgischer Improvisation. Die Orgel tritt dabei als dramatisches Konzertinstrument und als Medium musikalischer Narration hervor.

Regelmäßig widmet sich Walther dieser historischen Kunstform und dem filmischen Kulturerbe in seiner spezifischen Bildästhetik und sucht nach Möglichkeiten, sie durch neue Ausdrucksformen zu erweitern. Im Rahmen des 2014 zusammen mit der Pfarre Herz-Jesu gegründeten Festivals Grazer Orgelkino setzte sich Walther seither mit einer Vielzahl bedeutender Stummfilmklassiker unterschiedlicher Genres auseinander (u.a. Metropolis, Faust, Der müde Tod, Inferno, Nosferatu, Modern Times), die teilweise er mit anderen Kunstformen wie auch der Nachwuchsförderung kombiniert.  Seine Konzerttätigkeit führte ihn hier unter anderem zu Filmfestivals in Ljubljana, Trondheim und demnächst ins Musiikkitalo Helsinki.   

 

>> Artikel Nosferatu – Der Vampir und die Orgel“
Zum Grazer Orgelkino – 100 Jahre „Nosferatu“ von Friedrich Wilhelm Murnau (Kleine Zeitung, Nov 2022).

 

Festival "10 Jahre Grazer Orgelkino"

Eröffnungskonzert mit David Briggs, New York):